(19.10.1951 – 10.05.2026)

Mit tiefer Trauer haben wir die Nachricht vom Tod von Basil Schader erhalten – dem grossen Freund der Albanerinnen und Albaner, dem Wissenschaftler, Autor, Übersetzer, Albanologen und unermüdlichen Förderer der albanischen Bildung, Sprache und Kultur.

Woher und warum
dieses grosse Interesse
an uns kam,
wissen wir nicht.

Dass du aber
unsere stärkste Stimme,
unser Wort
und unsere grösste Unterstützung wurdest,
als wir dich brauchten,
das wissen wir.

Darum danken wir dir,
unser Freund.

Ruhe in Ewigkeit!

Sein frühes Interesse an Sprachen, Kulturen, Soziologie, Geschichte, Philosophie, Ethnologie und an den Lebenswelten der Menschen vertiefte Basil Schader durch seine Studien im Bereich der Erziehungs- und Bildungswissenschaften. Dieses Interesse machte er zu seinem Beruf und zu einer Lebensaufgabe, der er sich mit Leidenschaft, Verantwortungsbewusstsein und aussergewöhnlicher Hingabe widmete. Durch seine langjährige Arbeit wurde Basil Schader zu einem der profiliertesten Vertreter im Bereich Bildung und Erziehung, insbesondere auf dem Gebiet der sprachlichen Vielfalt, der Sprachdidaktik sowie der Förderung von Kindern und Jugendlichen mit mehrsprachigem und kulturellem Hintergrund.

In diesem Zusammenhang wurde er in der Schweiz und darüber hinaus zu einer der stärksten zeitgenössischen Stimmen für die albanische Sprache und Kultur. Auch wenn diese Stimme am Sonntag, dem 10. Mai 2026, an jenem Tag verstummte, an dem sein Herz aufhörte zu schlagen, werden sein Worte, seine Werke und die Erinnerung an ihn weiterleben. Sie werden gegenwärtig bleiben: in Klassenzimmern, in Vorlesungs- und Weiterbildungsräumen, in den Unterrichtsräumen, in denen Albanisch gelehrt und gelernt wird, in Lehrmitteln, wissenschaftlichen Studien, Bildungs- und Kulturveranstaltungen, Symposien, universitären Lehrstühlen und in der Erinnerung all jener, die das Glück hatten, ihn zu kennen und mit ihm zusammenzuarbeiten.

Durch seine pädagogischen, wissenschaftlichen und literarischen Werke, durch Lehrmittel, sprachwissenschaftliche Studien, Erzählungen, Übersetzungen und zahlreiche Publikationen hinterliess Basil Schader ein wertvolles Vermächtnis für den Albanischunterricht in der Diaspora und für die kulturelle Vermittlung zwischen der albanischen und der deutschsprachigen Welt:

  • Die Wörterbrücke. Zweisprachige Schulwörterbücher für die Sprachen Albanisch, Türkisch, Portugiesisch, Kroatisch/Serbisch/Bosnisch. Lehrmittelverlag des Kantons Zürich, Zürich 1996.
  • Hilfe! Help! Aiuto! Illustriert von Jürg Obrist. Orell Füssli, Zürich 1999. Erstleseheft für die mehrsprachige Klasse. Dazu didaktisches Begleitheft.
  • Shqyrtime gjuhësore rreth kontaktit mes shqipes dhe gjermanishtes në Zvicër. Kristallina K_H, Tirana 2005.
  • Mit Andrea Haenni Hoti: Albanischsprachige Kinder und Jugendliche in der Schweiz. Hintergründe, sprach- und schulbezogene Untersuchungen. Verlag Pestalozzianum, Zürich 2006.
  • Sprachenvielfalt als Chance. Das Handbuch. Hintergründe und 101 praktische Vorschläge für den Unterricht in mehrsprachigen Klassen. 2., erweiterte Auflage. Orell Füssli/Bildungsverlag EINS, Zürich/Troisdorf 2013.
  • I dashur mik! … Përzemërsisht. Kujtime nga letërkëmbimi elektronik mes Arif Demollit dhe Bazil Shaderit 2006–2017. Botime Artini, Prishtina 2017.
  • Wo man sich noch Gevatter sagt. Bukolische Gedichte. Verlag Zocher&Peter, Zürich 2021.
  • Schweiz, sonderbare Schweiz. Fakten, Fakes und fast Vergessenes. Edition Königstuhl, Zürich 2023.
  • Der Autor sucht, der Autor flucht. Kopfgeburten, Texthappen, Geflunker. Edition Königstuhl, Zürich 2024.
  • Lebens Läufe. Experimentelle Kurzbiografik. Edition Königstuhl, Zürich 2025.
Als Herausgeber und Mitautor:
  • Reihe Didaktische Materialien für den Herkunftssprachlichen Unterricht. Orell Füssli, Zürich 2016 ff.
  • Zur Dynamik des Aufwachsens in und zwischen verschiedenen Norm- und Bezugssystemen. Dokumentationsreihe DOK des IPE, Band 1 und 2. Zwei Bände in deutscher und albanischer Sprache, Printing Press, Prishtina 2016/17.
  • Deine Sprache – meine Sprache. Handbuch zu 19 Migrationssprachen und zu Deutsch. Erweiterte und aktualisierte Neuausgabe, Lehrmittelverlag Zürich, Zürich 2020.
Übersetzungen:
  • Helena Kadare: Eine Frau aus Tirana. Roman; aus dem Albanischen übersetzt von Basil Schader. Residenz-Verlag, St. Pölten/Salzburg 2009.
  • Arif Demolli: Es war ein Dorf in Kosova. Die Lebenden und die Toten meiner Kindheit. Aus dem Albanischen übersetzt und mit Anmerkungen versehen von Basil Schader. Waldgut-Verlag, Frauenfeld 2011.
  • Enver Hoxha: Kindheitsjahre. Erinnerungen an Gjirokastra 1908–1927. Kommentierte Studienausgabe; herausgegeben, kommentiert und übersetzt von Basil Schader. Böhlau Verlag, Wien 2021, ISBN 978-3-205-21305-5.
  • Fatos Kongoli: In Zeiten der Pandemie. Aus dem Albanischen und mit einem Nachwort von Basil Schader. Verlag Zocher&Peter, Zürich 2022.
  • Eni Vasili: Ich habe getötet. Berichte aus einem albanischen Frauengefängnis. Aus dem Albanischen und mit einem Nachwort von Basil Schader. Wieser-Verlag, Klagenfurt 2024.
  • Fatos Kongoli: Bolero im Haus der zwei Alten. Aus dem Albanischen und mit einem Nachwort von Basil Schader. Wieser Verlag, Klagenfurt 2025.

Mit seinen Lehrmitteln und Unterrichtsmaterialien für albanische Kinder in der Schweiz erschloss Basil Schader neue didaktische Wege und leistete einen unverzichtbaren Beitrag zum ergänzenden Unterricht in albanischer Sprache. Durch seine Übersetzungen albanischer Autorinnen und Autoren ins Deutsche – darunter Ismail Kadare, Elena Kadare, Arif Demolli, Mahir Mustafa, Fatos Kongolli, Eni Vasili und andere – brachte er dem deutschsprachigen Publikum wichtige und besondere Aspekte der albanischen Literatur, Kultur und Lebenswelt näher.

    Wie aus den vorangehenden Ausführungen hervorgeht, zeichnete sich Basil Schader neben seiner beruflichen Tätigkeit als Dozent, Sprachdidaktiker und Wissenschaftler auch als Autor, Übersetzer, Albanologe und unermüdlicher Unterstützer der Bildung im albanischen Sprach- und Kulturraum aus, insbesondere in Albanien. Mehr als drei Jahrzehnte lang engagierte er sich mit aussergewöhnlicher Hingabe für Albanien und für die Albanerinnen und Albaner. In Nordalbanien unterstützte er gemeinsam mit seiner Frau Erika Schader Primarschulen und Bildungsprojekte; in der Schweiz widmete er sich der Integration, Förderung und schulischen Entwicklung albanischer Kinder und Jugendlicher.

    Gemeinsam mit seiner Frau Erika Schader engagierte er sich seit 1996 für die Entwicklung des Schulwesens in der weitläufigen Gemeinde Balldren, heute Teil der Gemeinde Lezha, in Nordalbanien. Mit Unterstützung von Sponsoren und Bildungsfreunden ermöglichte er die Förderung der Schulen in Torovicë, Kolajak und Shkëmbi i Kuq und trug zum Ausbau, zur Renovation und zur Verbesserung der Schulgebäude bei. Diese und weitere Schulen wurden regelmässig auch infrastrukturell unterstützt – mit Computern, Büchern, Sportgeräten und weiteren für den Unterricht notwendigen Materialien.

    In der Schweiz war Basil Schader Gründungs- und Vorstandsmitglied des Vereins «Arsimi», dessen Ziel die Unterstützung und Zusammenarbeit mit albanischen Bildungsinstitutionen ist, sowie des Instituts «Suisse d’Etudes Albanaises» – ISEAL. Für ihre besonderen Verdienste wurden Basil und Erika Schader im Jahr 2002 mit der Ehrenbürgerschaft der Gemeinde Balldren ausgezeichnet. Im Jahr 2003 wurde Basil Schader zudem zum Ehrenmitglied des albanischen Lehrer- und Elternvereins «Naim Frashëri» in der Schweiz ernannt.

    Im Verein ARSIMI-BILDUNG hat Basil Schader unauslöschliche Spuren hinterlassen. Er war nicht nur Mitarbeiter und Unterstützer, sondern auch Freund, Berater, Inspirator und Brückenbauer zwischen Kulturen, Sprachen und Menschen. Sein Engagement für die Bildung, für die albanische Sprache und für die jungen Generationen wird Teil unseres kollektiven Gedächtnisses bleiben.

    Die Beisetzung von Basil Schader findet am Freitag, dem 19. Juni 2026, in der Friedhofskapelle Weinfelden, Freierstrasse 24, Weinfelden, statt.

    An diesem Freitag werden wir uns körperlich von ihm verabschieden. Die Erinnerung an Basil Schader aber – an sein Werk, seine Güte und seine Hingabe – wird für immer bleiben.

    Möge die Erde ihm leicht sein. Sein Andenken bleibe ewig!

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